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Hamelner Erklärung

Hamelner Erklärung zur Aufwertung der Altenpflege

Wie hoch die gesellschaftliche Bedeutung der Altenpflege tatsächlich ist, lässt sich an der Zahl der professionell zu pflegenden alten Menschen und der in dieser Branche beschäftigten Zahl der Mitarbeiter ablesen[i].

Aufgrund der weiter steigenden durchschnittlichen Lebenserwartung wird die Anzahl alter insbesondere sehr alter Menschen zukünftig weiter zunehmen. Damit nimmt die Altenpflege bezüglich ihrer zukünftigen Nachfrage eine Spitzenposition in Bezug auf die Arbeitsplatzsicherheit ein.

Auch in Bezug auf die Sinnhaftigkeit ihres auf den auf alten Menschen gerichteten Handelns und Tuns genießt die Altenpflegebranche einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Dienstleistungs-branchen und –berufen.

Gleichzeitig genießt die Altenpflege aber im Vergleich zu anderen Branchen und Berufen kein hohes Ansehen und keine Anerkennung in der Gesellschaft, die ihrer tatsächlichen Verantwortung entspricht. Die Gründe hierfür liegen zum einen in den betrieblichen Versäumnissen der Vergangenheit und zum anderen in den gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen.

Im Rahmen der 2. Hamelner Studientage der Altenpflege[ii] zum Thema “Personalkrise als Chance - Wege zur Aufwertung der Altenpflege“ haben Geschäftsführer, Heimleitungen, Pflegedienstleitungen, Altenpfleger und Vertreter von Aus- und Weiterbildungen nachfolgende Eckpunkte innerbetrieblicher und pflegepolitischer Erfordernisse zur Aufwertung der Altenpflege erarbeitet.

Innerbetrieblich wird empfohlen,

  • die Arbeitsorganisation auf eine deutlich bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie auszurichten,
  • den Mitarbeitern, die im Dienstplan zugesicherte arbeitsfreie Zeit auch tatsächlich zu garantieren,
  • einen innerbetrieblichen Klimawandels einzuleiten, dass die Mitarbeiter ein Gefühl der Zugehörigkeit und Wertschätzung im Alltag erfahren, in dem die Mitarbeiter ihre beruflichen und persönlichen Fähigkeiten einbringen können und wollen und in wichtigen Entscheidungen einbezogen werden,
  • die Anleitung und Begleitung von Praktikanten und Auszubildenden im Sinne einer wirklichen Nachwuchsförderung deutlich zu verbessern,
  • keine Mitarbeiter mit pflegerischen Aufgaben zu betrauen, wenn sie nicht vorher fachlich, sozial und situativ gut eingearbeitet wurden,
  • auf die Berufsfachschulen zuzugehen, um die theoretischen und praktischen Lerninhalte besser aufeinander abzustimmen, besser zu koordinieren und
  • lokale/regionale Bündnisse zur Aufwertung des Berufsbildes und zur Gewinnung des altenpflegerischen Nachwuchses unter Einbeziehung der Berufsfachschulen, der Fort- und Weiterbildungsanbieter, der Agentur für Arbeit, der Kommunen und der allgemeinbildenden Schulen zu organisieren und gemeinsame Projekte zu initiieren.

Pflegepolitisch wird empfohlen,

  • auf allen politischen Ebenen, in allen Medien deutlich werden zu lassen, das professionelle Altenpflege eine qualifizierte Ausbildung voraussetzt und nicht weiter zu verbreiten, dass jeder pflegen kann,
  • den Fachkraftbegriff dahingehend zu spezifizieren, dass auch Mitarbeiter, die über keine abgeschlossene dreijährige Altenpflegeausbildung verfügen, aber wichtige Aufgaben in der Altenpflege kompetent wahrnehmen z.B. in der sozialen Betreuung, in der Alltagsbegleitung als Fachkräfte anerkannt werden,
  • die diversen externen Qualitätsprüfungen (Heimaufsicht, MDK, Lebensmittelüberwachung, Brandschutz usw.) im Sinne der Reduzierung des bürokratischen Aufwands zu synchronisieren,
  • die in den Ländern jeweils geltenden unterschiedlichen Personalanhaltszahlen / Personalschlüssel bundeseinheitlich auf dem aktuell höchsten Niveau zu vereinheitlichen,
  • die schon seit Einführung der sozialen Pflegeversicherung im Heimbereich geltende Übergangsregelung, die Behandlungspflege nach SGB V nicht zusätzlich zu vergüten, endgültig auslaufen zu lassen,
  • den geltenden verrichtungsbezogenen durch einen auf den Grad der Selbstständigkeit zielenden Pflegebedürftigkeitsbegriff im SGB XI zu ersetzen. Der bisher geltende Pflegebedürftigkeitsbegriff ist zu eng gefasst, da dieser somatisch ausgerichtet ist. Dadurch werden wesentliche Aspekte (Kommunikation, soziale Teilhabe) ausgeblendet und der Bedarf an allgemeiner Betreuung, Beaufsichtigung und Anleitung, insbesondere bei Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, zu wenig berücksichtigt.
  • die Pflegesätze anzuheben, um die Mitarbeiter entsprechend ihrer großen Verantwortung und ihrer körperlich und seelisch hohen Belastungen angemessen zu vergüten.

Mit der Unterzeichnung der Hamelner Erklärung zur Aufwertung der Altenpflege unter-stütze/n ich/wir die Empfehlungen und setzen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten für Ihre Umsetzung ein.

 


[i] Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes  wurden in 2011  1.319.000 pflegebedürftige alte Menschen zu Hause bzw. in Heimen gepflegt und betreut. In der Altenpflegebranche sind 850.000 Mitarbeiter und damit mehr Mitarbeiter als in der Automobilindustrie mit 730.000 Mitarbeitern beschäftigt.

[ii] veranstaltet vom Hamelner Forum stationärer Pflegeinrichtungen in Hameln-Pyrmont in Zusammenarbeit mit Innovative Qualifikation in der Altenpflege GmbH

Erläuterung zur Hamelner Erklärung

Die Hamelner Erklärung zur Aufwertung der Altenpflege wurde im Rahmen der 2. Hamelner Studientage der Altenpflege zum Thema “Personalkrise als Chance - Wege zur Aufwertung der Altenpflege“ von den teilnehmenden Geschäftsführern, Heimleitungen, Pflegedienstleitungen, AltenpflegerInnen und Vertreter von Aus- und Weiter-bildungen erarbeitet.

Die Mitglieder des Forums stationärer Pflegeeinrichtungen Hameln-Pyrmont haben nunmehr beschlossen, die Hamelner Erklärung zur Aufwertung der Altenpflege bundesweit zu verbreiten, um möglichst viele Unterstützer zu gewinnen.

Wenn Sie die Hamelner Erklärung zur Aufwertung der Altenpflege unterstützen wollen, dann unterschreiben Sie diese mit Angaben Ihres Namens, Ihrer Einrichtung mit Ortsangabe, Ihrer Email-Adresse, Datum und Unterschrift und senden diese an info@innovative-qualifikation.de oder per Fax an 05691 – 28 31.

Mit der Unterzeichnung der Hamelner Erklärung erwerben Sie die Möglichkeit das Wort-Bild-Logo als Ausdruck ihrer Unterstützung zu bekommen und öffentlichkeitswirksam zu nutzen. Das Logo senden wir Ihnen nach Unterzeichnung als jpg-Datei zu.

Alle Unterzeichner werden auf einem Extrablatt Unterzeichner der Hamelner Erklärung aufgeführt.

Unterzeichner der Hamelner Erklärung

Einrichtungsname

Strasse

Ort

AGAPLESION BETHANIEN    BAD PYRMONT gGmbH

Robert-Koch-Straße 11

31812 Bad Pyrmont

ALTENPFLEGEHEIM ST.MONIKA

Vizelinstrasse 4

31785 Hameln

DRK- Seniorenstift Aerzen Bahnhofstr. 17a 31855 Aerzen

IQA-INSTITUT FÜR QUALIFIZIERTE ALLTAGSBEGLETUNG

Schlossstrasse 12

34454 Bad Arolsen

JULIUS TÖNEBÖN STIFTUNG

Fischbecker Straße 31

31785 Hameln

SENIORENDOMIZIL RIEPENBLICK

Zinngießer Strasse 19

31785 Hameln

SENIORENHEIM RAMSAUERS MÜHLE

Zum Pollhof 9

31840 Hess. Oldendorf

Seniorenrat der Stadt Hameln

Prinzenstrasse 17

31785 Hameln

Seniorenrat des Kreises Hameln-Pyrmont

Prinzenstrasse 17

31785 Hameln

Seniorensitz Arche Noah Betriebsgesellschaft mbH Alte Heerstrasse 45 31789 Hameln

Verano UG

Hembach 8

57250 Netphen

Vitalis Seniorenpension GmbH

Wehler Platz 10

31785 Hameln

Zum Forum Stationäre Pflegeeinrichtungen im Landkreis Hameln-Pyrmont

Vor über zehn Jahren, am 17. Januar 2002, wurde das Forum "Stationäre Pflegeeinrichtungen im Landkreis Hameln-Pyrmont" mit 20 Heimleitungen und Trägervertretern gegründet. Derzeit beteiligen sich im Schnitt 25 Einrichtungen an dem Forum, wobei ausschließlich Einrichtungen aufgenommen werden, die ihren MDK-Qualitätsbericht oder den Bericht der Heimaufsicht vorlegen und somit für gegenseitige Transparenz Sorge tragen. Ein wohl einmaliger Vorgang , da sich alle Einrichtungen im gegenseitigen Wettbewerb befinden.

Ziel des Forums ist es eine Kommunikationsplattform zu anderen Heimen und anderen Organisationen wie Krankenhäuser, Seniorenbeirate sowie Ärzte aufzubauen. Beispielsweise konnte so das Entlassungsmanagement vom Sana Klinikum Hameln-Pyrmont ins Pflegeheim (und umgekehrt) entscheidend verbessert werden. Das Forum bildet somit ein Netzwerk von Heimen unserer Region, das einzelne Fortbildungsbemühungen und Qualitätsleitlinien bündelt, koordiniert und ständig verbessert. Verschiedene Gäste und Diskussionspartner werden regelmäßig zu den zweimonatlichen Forumssitzungen eingeladen, wie etwa der Seniorenbeirat der Stadt Hameln, der Kreisseniorenrat, die Heimaufsicht und nicht zuletzt Vertreter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Gemeinsam wird hier über die Umsetzung der geltenden Qualitätsrichtlinien und anderen relevanten Fragen der engen Zusammenarbeit kommuniziert.

Nicht zuletzt wurde im Rahmen des Forums der Arbeitskreis "Qualität ist unsere Sache" gebildet; dabei haben sich Pflegedienstleitungen einiger Einrichtungen gegenseitig besucht, ihr Fachwissen ausgetauscht und sich gegenseitig geprüft. Auch die Förderung des Personalnachwuchses steht auf der Agenda des Forums. Um einem zukünftigen Fachkräftemangel entgegen zu wirken verpflichten sich die Einrichtungen dazu, mindestens zwei Ausbildungsplätze zu besetzen und einen gegenseitigen Austausch von Bewerbungen vorzunehmen damit möglichst alle Bewerber einen Ausbildungsplatz erhalten.

Seit 2012 veranstaltet das Forum gemeinsam mit dem Beratungs- und Schulungsunternehmen Innovative Qualifikation in der Altenpflege die „Hamelner Studientage der Altenpflege“ zu zukunftsweisenden Themen der Altenpflege. Die Studientage werden als „Open-Space“ Veranstaltungen unter der Leitung eines erfahrenen Facilitators durchgeführt.

 

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