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IQ-Studienreisen

Über den Tellerrand geschaut: „Kanadische Impulse für die deutsche Altenpflege“ 

Eine Fach- und Studienreise nach Kanada

vom 17. bis 27. September 2019

Anmeldeschluss: 31. Mai 2019

Beeindruckendes Kanada

Kanada – das Land der Natur, der Sehnsüchte, der unend-lichen Weiten, der Wildnis, der Flüsse und Seen, der Einwanderer, der Kreativität, ein Land des Lebens und immer mehr auch ein Land in dem immer mehr ältere Menschen immer älter werden. 

Fakten und Daten

Erst seit dem 17. April 1982 verfügt Kanada über eine volle Souveränität als Staat, gehört aber weiter dem Britischen Commonwealth an. Staatsoberhaupt Kanada’s ist die Britische Königin – vor Ort vertreten durch den Generalgouverneur.

Kanada

  • verfügt über eine Fläche von fast 10 Millionen Quadratkilometern und ist somit etwa 28 mal größer als Deutschland,
  • hat 31.63 Millionen Einwohner, was etwas mehr als einem Drittel der deutschen Bevölkerung entspricht,
  • hat eine Bevölkerungsdicht von 3.1 Personen pro Quadratkilometer, in Deutschland leben 227.6 Personen auf der gleichen Fläche
  • hat nur etwa 11% seiner Fläche überhaupt erschlossen.

Im bis zu 200 km breiten Gürtel entlang der amerikanischen Grenze leben nahezu 90% aller Kanadier.

 

Kanada ist ein Bundesstaat („Confederation“) mit 10 Provinzen und 3 bundesunabhängigen Territorien. Die Provinzen verwalten sich weitgehend selbständig, erlassen eigene Gesetze und verfügen über Parlamente ähnlich wie in Deutschland die Bundesländer. In die Provinzzuständigkeit fallen die Bereiche Erziehung, Kultur, Polizei, Gesundheit/Pflege, Soziales sowie Wirtschaft. Im Gegensatz zu den USA verfügt Kanada ähnlich wie Dänemark oder Groß Britannien über ein steuerfinanziertes und staatlich reguliertes Gesundheits- und Pflegewesen. 

Vancouver

Vancouver ist das zweitbeliebteste Ziel für Immigranten in Kanada. Es gibt mehrere Stadtteile, die stark von einer bestimmten ethnischen Gruppe geprägt sind. So finden sich in Vancouver neben der zweitgrößten Chinatown in Nordamerika (nach San Francisco) auch Gegenden, in denen indische („Punjabi Market“), italienische („Little Italy“), japanische („Japantown“), koreanische („Koreatown“) oder griechische („Greektown“) Einflüsse spürbar sind.

Zahlreichen Statistiken und Umfragen nach erzielen Kanada im Allgemeinen und Vancouver im Speziellen in Bezug auf die Lebensqualität vordere Platzierungen. Vancouver wird regelmäßig als eine von drei Städten mit der weltweit höchsten Lebensqualität bewertet. Damit gilt die Metropole seit vielen Jahren als lebenswerteste Stadt Kanadas. Im ungewöhnlich milden Klima sehen viele einen der wichtigsten Gründe, weshalb Vancouver vor anderen, ebenfalls weit vorn rangierenden kanadischen Städten (wie Toronto, Calgary und Montreal) liegt. In einer Rangliste der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit, des Unternehmens Mercer, belegte Vancouver im Jahre 2018 den fünften Platz.

Altenpflege in British Columbia

British Columbia ist die älteste kanadische Provinz im Westen Kanadas, die Hauptstadt ist Victoria auf Vancouver Island. British Columbia ist flächenmäßig (948.191 qkm) etwa dreimal so groß wie Deutschland. Dort wohnen insgesamt 4.06 Millionen Menschen, davon in der Region Vancouver 2.46 Millionen. 13.1% der dort lebenden Bevölkerung ist über 65 Jahre und davon sind 29% über 80 Jahre. 95% aller Senioren leben in eigenen Wohnungen resp. Häusern. Der Anteil der alleinlebenden Senioren beträgt 30% und 34% von ihnen haben ein Einkommen von unter 1.400 CDN $ im Monat - das entspricht etwa € 895,00.

Konzept der kontinuierlichen Pflege

Britisch Columbia folgt dem Konzept der kontinuierlichen Pflege („Continous Care“). Zentrale Bestandteile dieses Konzepts ist die Regelung des Assessment, des Zugangs („Single Entree“) und des Case-Management. Wer glaubt Leistungen aus dem Gesundheits- und Pflegesystem zu benötigen wendet sich an seine regionale Gesundheits-behörde (Health Authority). Die regionale Gesundheits-behörde („Single Entree“) ist die zentrale Koordinierungs- und Steuerungsstelle für alle Leistungen des staatlich verantworteten Pflege-, Betreuungs- und Versorgungs-systems. Die Anfrage nach Pflegeleistungen wird intern an einen verantwortlichen Case-Manager weitergeleitet, dessen Aufgabe zunächst darin besteht ein umfassendes Assessment durchzuführen, um auf dieser Grundlage den erforderlichen Leistungsbedarf zu erheben und mit dem Betroffenen abzustimmen. Die weitere Aufgabe des Case-Managers besteht darin die erforderlichen und abgestimmten Leistungen mit den entsprechenden Dienstleistern im Sinne des Betroffenen zu organisieren und zu koordinieren. Hierbei werden auch die Wünsche des Betroffenen z.B. für einen bestimmten ambulanten Dienst oder ein bestimmtes Pflegeheim berücksichtigt. Es bleibt danach die Aufgabe des Case-Managers kontinuierlich die Wirkung resp. den Erfolg der vereinbarten Leistungen zu überwachen und bei Änderungen entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Der Case-Manager bleibt somit über die gesamte Pflege- und Betreuungskarriere hinweg – auch bei sich ändernden Leistungserbringern – die zentrale Bezugs- und Koordinierungsperson für den hilfe-, betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen.

Innovative Pflegekonzepte

British Columbia beeindruckt nicht nur ob seiner innovativen pflegepolitischen Strategien, sondern auch bezüglich manch wegweisender konzeptioneller Ansätze auf die im folgenden näher eingegangen wird.

Das Thema „Morbus Alzheimer“ wurde hier schon sehr früh als „Zukunftsproblem“ erkannt. Insbesondere die Geronto-Psychiaterin, Dr. Lynn Beattie, machte sich weit über die Grenzen Kanadas hinaus einen Namen aufgrund ihrer Forschungen in diesem Bereich. Heute ist sie die Direktorin der „Clinic for Alzheimer Disease and Related Disorders“ an der Universität von British Columbia in Vancouver. Sie ist damit die Begründerin einer der ersten sog. Memory-Kliniken weltweit. Diese Klinik hat sich spezialisiert auf die Frühdiagnose von Gedächtnisproblemen und versteht sich als Unterstützung der Familienärzte. Entsprechend der Erkenntnis „je früher ein Morbus Alzheimer“ diagnostiziert wird, desto größer die Chancen den schleichenden Prozess positiv zu beeinflussen“, werden Familienärzte ermuntert die Leistungen dieser Klinik zu nutzen. An der Diagnostik ist ein multiprofessionelles Team bestehend aus Geriatern, Geronto-Psychiatern/Neurologen, Psychologen, Sozialarbeitern und Genetik-Beratern beteiligt.

Die Erkenntnisse aus diesem Institut in Verbindung mit einer breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit sind vielleicht der Grund, weshalb sich bereits im Jahre 1981 in Vancouver weltweit die erste „Alzheimer Gesellschaft“ gegründet hat. Die Arbeit dieser Gesellschaft richtet sich vorrangig an betreuende Familienmitglieder von alten Menschen, die einen dementiellen Prozess erfahren, und initiiert und fördert darüber hinaus die Forschung in diesem Bereich. 

Milieuorientierte, segregative Wohnbereiche

British Columbia ist ebenfalls das erste Land in dem mileuorientierte, segregative Wohnbereiche für Bewohner mit einer fortgeschrittenen Demenz in Pflegeheimen geschaffen wurden. Zwischenzeitlich ist zum Beispiel im Oak Bay Kiwanis Pavillion ein solcher Wohnbereich für ehemals 40 BewohnerInnen in fünf Wohngruppen für jeweils 8 Bewohner mit unterschiedlich starken Verhaltensauffälligkeiten und unterschiedlichen Graden der Demenz aufgegliedert worden. Im Rahmen des Umbaus hat man nunmehr auf Dienstzimmer für Pflege- und Betreuungskräfte völlig verzichtet. Stattdessen steht in einer Wohngruppe jeweils ein Einbauschrank, in denen die Unterlagen der Pflegedokumentation, ein Computer und der Wagen mit den verblisterten Medikamenten untergebracht sind. Die Idee hinter dem Verzicht von Dienstzimmern/Pflegestützpunkten ist, dass alle Mitarbeiter gehalten sind, den Alltag mit den Bewohnern zu leben und zu gestalten und nicht nur einen „Dienst“ zu erfüllen. Darüber hinaus werden Dienstzimmer als Relikt des Krankenhauses angesehen, was als Gegensatz zu einem lebensnahen Milieu verstanden wird.

Entlastungs- und Erholungspflege

Ein für Deutschland innovatives Konzept ist „Respite care“ – ein integriertes und kombiniertes Angebot der Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege. Dieses Angebot versteht sich als äußerst flexibles Angebot zur Entlastung und Erholung pflegender und betreuender Familienangehöriger. Angehörige können anrufen und kurzfristig ein individuelles „package“ für ihr hilfe- und pflegebedürftiges Familienmitglied buchen. Dies kann eine Unterbringung über ein verlängertes Wochenende, ein, zwei oder drei Übernachtungen, eine mehrwöchige Unterbringung, eine längerfristige Betreuung über Tage usw. usw. sein. Flexibel den Wünschen der pflegenden Familienangehörigen zu entsprechen und gleichzeitig den hilfebedürftigen Familienmitgliedern eine anregende, entspannende und gute Zeit zu ermöglichen, ist der Sinn dieses sehr speziellen Angebots. Bei der Unterbringung beispielsweise nur für eine Nacht hat es sich bewährt, wenn der Gast bereits vor dem Abendessen ankommt und erst am nächsten Tag gegen Mittag wieder abgeholt wird. Dies vermittelt dem Gast Sicherheit, ermöglicht ihm sich mit der Situation vertraut zu machen und vermeidet Hektik am Vormittag.

Zu dieser Studienreise

Die obigen Ausführungen vermitteln nur einen ersten Eindruck der geplanten Besuche, Besichtigungen und Begegnungen. Neben diesen Konzepten, Projekten und Modellen werden wir noch weitere innovative Gesprächs-partner und Einrichtungen kennenlernen. Näheres finden Sie dazu auf den nächsten Seiten.

Programm der Studienreise nach Kanada 2019
19_Programm_Kanada_2019.pdf
PDF-Dokument [208.4 KB]
Anmeldung der Studienreise nach Kanada 2019
19_Anmeldung_Kanada_2019.pdf
PDF-Dokument [87.9 KB]

Aktuelles

Fach- und Studienreise

Über den Tellerrand geschaut:

HEIMKURIER 1/2019

Altenpflege in China- Interview mit Alfred T. Hoffmann (mehr)

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